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Australien 2013

 

Australien

Ein Traumland! So einfach ist das Fazit unserer Australienreise. Fotos von Freunden hatten uns inspiriert, nach „Down Under“ zu fahren, und schon in der ersten Woche unseres Urlaubs war uns klar: Das war mit Sicherheit nicht unser letzter Trip nach Australien. Es hat einfach alles zusammengepasst: perfektes Wetter, exotische Natur, hilfsbereite, herzliche Menschen, leckeres Essen und hervorragend ausgestattete Campingplätze.

Von Cairns nach Sydney in drei Wochen lautete unser Programm, für das man sich locker auch drei Monate Zeit lassen könnte, ohne sich zu langweilen. Wir haben uns hauptsächlich in Queensland herumgetrieben, weil wir uns einfach nicht vom tropischen Norden losreißen konnten. Die Temperaturen im September 2013 waren angenehm – um die 30°C, aber nicht zu schwül.

Wir landeten in Cairns und fuhren von dort zunächst nach Norden zum Daintree National Park und Cape Tribulation. Die Ecke ist extrem gut erschlossen, die Wanderschuhe blieben schon nach unserem ersten Ausflug im Campervan – Flip Flops reichten völlig aus.

Den Regenwald kann man hier aber nicht nur zu Fuß erkunden, sondern auch beim „Jungle Surfing“. Das ist zwar teuer, aber macht auch jede Menge Spaß.

Wer im Regenwald Tiere sehen will, muss schon sehr genau hinschauen. Die meisten Kreaturen hört man nur. Aber auch das ist ein Erlebnis, denn viele der Dschungelgeräusche hat man als Europäer noch nie zuvor vernommen. Zusammen mit der vielfältigen Pflanzenwelt eine überwältigende Kulisse.

Manchen mag es sogar recht sein, dass sich die Tiere eher im Verborgenen halten, schließlich ist Australiens Fauna berühmt dafür, einige gefährliche Geschöpfe hervorgebracht zu haben. Realistisch betrachtet ist der Straßenverkehr allerdings um einiges gefährlicher als die Tierwelt. Wir haben uns „Down Under“ jedenfalls genauso sicher gefühlt wie auf unseren restlichen Reisen und alles in allem wesentlich mehr niedliche als Angst einflößende Geschöpfe getroffen.

Der nördlichste Punkt unserer Route war Cooktown, wo man von dem hübschen Leuchtturm aus einen schönen Blick auf die Bucht hat. Von dort fuhren wir durchs Inland zurück nach Cairns, da wir auf dem Hinweg die Küstenstrecke genommen hatten. Auch wenn es in dieser Ecke viel Zuckerrohr zu sehen gibt, lohnt sich der Abstecher ins staubige Landesinnere, wo nicht nur unglaublich viele, sondern auch imposant große Ameisenhügel stehen.

Schließlich führte unsere Route wieder an die Küste, was uns einen Stopp an einem grandiosen Aussichtspunkt nördlich von Cairns bescherte.

Bevor es weiter Richtung Süden ging, haben wir zwei Nächte auf dem Ellis Beach Campground verbracht, direkt an einem wunderschönen Strand. Außer uns waren hauptsächlich australische Touristen unterwegs, und auf den Campingplätzen im nördlichen Queensland herrschte eine sehr entspannte Stimmung. In kurzen Klamotten unter sternklarem Himmel grillen, ein leckeres australisches Bierchen schlürfen und dazu die Meeresbrandung hören – das ist Urlaub! Diese Idylle kann auch der lärmende Buschtriel nicht stören, ein langbeiniger Vogel, der bei Dämmerung zum Campingplatz-Rowdy mutiert.

An dieser Stelle auch ein Wort zu unserem mobilen Zuhause. Den Toyota Hilux-Campervan können wir ausnahmslos empfehlen: Mit dem Allradantrieb kommt man überall hin und im Inneren fehlt es an Nichts, auch nicht an Platz! Dusche und Toilette sind zwar nicht vorhanden, aber bei den hervorragend ausgestatteten Campingplätzen ist das wirklich kein Problem.

Unsere Zeit in Ellis Beach haben wir für einen Ausflug ins Kuranda Village genutzt; da die „Skyrail“-Gondeln zu dem Dorf im Regenwald nicht fuhren, mussten wir beide Strecken mit dem historischen Zug bestreiten. Auch das war bezahlbar und hatte seinen Charme, vor allem die Bahnhöfe in Cairns und Kuranda waren liebevoll im alten Stil gestaltet.

Kuranda ist eine Touristenhochburg, aber uns hat es trotzdem Spaß gemacht, im „Butterfly Sanctuary“ von tropischen Schmetterlingen umschwirrt zu werden, die sich gerne auch mal auf Kleidung, Kopf und Händen niederließen. Und in den „Kuranda Koala Gardens“ gab es sogar die Möglichkeit, ein schläfriges graues Pelzknäuel auf den Arm zu nehmen.

Wir hätten noch viel länger in der Umgebung von Cairns bleiben können, doch drei Wochen sind für ein Land wie Australien nicht viel Zeit. Trotzdem haben wir uns nicht hetzen lassen, sondern immer erst am Abend beschlossen, was wir am nächsten Tag unternehmen würden. In Australien sollte man keine feste Route planen, sondern spontan entscheiden, wo man bleiben oder hinfahren möchte. Genau dafür ist das Land gemacht. In touristenreichen Gegenden haben wir einfach ein paar Stunden vor unserer Ankunft telefonisch einen Campingplatz gebucht – die günstigen Prepaid-Karten von „Optus“, mit denen man sich auch ins Datennetz einklinken kann, sind dafür Gold wert. In Anbetracht der Tatsache, dass unser australisches Navi uns mehr als einmal im Kreis fahren ließ, waren wir auch sehr froh, „Google“ mit an Bord zu haben.

Ohne konkreten Plan kurvten wir durch die Atherton Tablelands, in denen der „Curtain Fig Tree“ vermutlich das größte Highlight ist. Motiviert von dem Anblick des imposanten Feigenbaums wollten wir auch die „Cathedral Fig“ im Danbulla National Park and State Forest sehen. Leider parkte gerade ein Wohnmobil vor dem Schild, das den Weg zum Baum wies, sodass wir einen unfreiwilligen Umweg über eine 4WD-Piste machten. Wir holperten durch Schlaglöcher, zwischen umgestürzten Bäumen hindurch und über teils überflutete Brücken, bis uns irgendwann klar wurde, dass das nicht richtig sein kann. Schließlich drehten wir um und stellten fest, dass der Baum direkt am Ende der befestigten Straße liegt.

Ziemlich begeistert waren wir auch, als wir in Yungaburra Schnabeltiere gesehen haben. Eigentlich hatten wir nur gehalten, weil uns ein Schild mit der Aufschrift „Historical Village“ angezogen hatte. Als wir ausstiegen, sahen wir dann den Wegweiser zum „Platypus Viewpoint“; wir warteten nicht einmal fünf Minuten, da tauchte schon eines der skurrilen Tiere aus dem trüben Wasser auf.

Den Ausflug in die „Crystal Caves“ hätten wir uns hingegen sparen können. Wieder einmal hatten wir uns von einem Wegweiser inspirieren lassen, einen Abstecher zu machen. Statt in einer Höhle zu landen, wie wir gehofft hatten, führte das Schild uns mitten in eine Stadt mit einem Museum, in dem aus PU-Schaum eine Höhle nachgebaut war. Damit das Ganze authentischer wirkte, bekamen wir einen Helm mit Lampe aufgesetzt, bevor wir den Rundgang beginnen konnten.

Am folgenden Tag ging es in den Paronella Park, von dem wir im Norden einen einladend aussehenden Prospekt entdeckt hatten. Umgeben von Regenwald liegen hier die Ruinen eines alten Schlosses, das der Spanier José Paronella Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut hatte. Feuer, Flut und Zyklone ließen nur die Grundmauern zurück. Der Eintritt ist zugegebenermaßen nicht ganz günstig, aber wir finden, der Besuch lohnt sich! Nicht nur weil die alten Steinmauern im Regenwald etwas Märchenhaftes an sich haben, sondern auch wegen der imposanten Baumallee und den lärmenden Flughund-Scharen.

Den folgenden Tag haben wir hauptsächlich im Auto verbracht – belustigt von vielen kreativen Straßenschildern am Wegesrand und mit Zwischenstopps am Mission Beach und Gordon Beach.

Australien_Schilder

Nachdem wir im Norden von Queensland ziemlich herumgetrödelt hatten, mussten wir Strecke machen. Denn eine Sache hatten wir fest gebucht: unseren Trip nach Fraser Island. Vorher wollten wir aber unbedingt noch in Airlie Beach halten, um einen Tagesausflug zu den Whitsunday Islands zu machen. Das ist ein Muss! Schnorcheln im Great Barrier Reef, Schwimmen und Stachelrochen beobachten auf Whitsunday Island und den Ausblick auf den Whitehaven Beach sollte sich niemand entgehen lassen. Reiseveranstalter gibt es in Airlie Beach zuhauf, sodass jeder die für sich passende Tour aussuchen kann. Wir waren mit „Mantary Charters“ sehr zufrieden.

Ganz anders, aber genauso lohnenswert war auch unser Trip nach Fraser Island, hauptsächlich weil der Besuch der größten Sandinsel der Welt ein riesiges Abenteuer ist. Unser Campervan blieb auf dem Festland, wo wir ihn gegen einen „Landrover“ eintauschten, um mit der Autofähre auf die Insel überzusetzen. Man hatte es uns vorher gesagt, aber man glaubt es erst, wenn man selbst am Steuer sitzt: Fahren in weichem Sand ist mit nichts zu vergleichen. Während unseres Trips durch Fraser Island haben wir anfangs Blut und Wasser geschwitzt, doch letztendlich haben wir die wilden „Straßen“-Verhältnisse unbeschadet überlebt. Hin und wieder mussten wir mit Schaufel, Händen und freundlichen Australiern unser Auto freigraben, aber „Getting bogged is part of the experience!“. Leider gibt es wenige Bilder von der Tour – das zeigt, wie sehr wir mit Fahren beschäftigt waren!

Nach dem ersten Tag hatten wir jede Menge Tricks gelernt, sodass wir am zweiten Tag schon viel entspannter unterwegs sein konnten. Zu sehen gab es nicht so viel wie gehofft, da die „Straße“ zu den Süßwasserseen im Inneren der Insel gesperrt war und wir unsere eigentlichen Ziele nicht erreichen konnten. Aber immerhin zum berühmten Lake McKenzie haben wir es geschafft und zur Strandautobahn im Osten. Wir wären gern noch länger geblieben! Allerdings nur mit wirksamen Anti-Insekten-Spray, denn die Sandfliegen auf Fraser Island waren eine wahre Pest.

Zurück auf dem Festland hörte das Sandabenteuer noch nicht auf. Im Great Sandy National Park wollten wir mit unserem Campervan die Strandautobahn von Rainbow Beach nach Noosa nehmen. Wir finden, man hätte wirklich ein Schild aufstellen können, wo man vom Strand auf den „Inland Track“ abbiegen muss, um nach Noosa zu gelangen. Unwissend fuhren wir einfach „offroad“ am Strand weiter und endeten vor einer Felswand. Bis dahin hatten wir eine ganze Reihe merkwürdiger Hindernisse zu meistern. Fotografisch dokumentiert ist dieser Teil der Reise leider nicht. Das lässt tief blicken, denn wenn wir aufhören zu fotografieren, heißt das, dass wir mit einem ernsthaften Problem beschäftigt sind. Konkret: Das festgefahrene Auto aus dem Sand bekommen, bevor die Flut uns von dem drei Meter breiten Strandstück den Abhang hinunter spült. Well, we did it! Und wenn man nicht vom Weg abkommt, fährt es sich auf der Strandautobahn auch sehr entspannt.

Den Noosa National Park hatten wir angesteuert, weil es dort gute Chancen gibt, Koalas zu sichten. In der Hinsicht hatten wir allerdings keinen Erfolg und mussten uns mit den malerischen Stränden und Pelikanen auf dem Campingplatz begnügen.

Unsere weitere Reise führte durch das Surfer-Mekka Byron Bay. Vom Leuchtturm aus – an dem ein Parkplatz satte sieben Dollar kostet – hat man einen wunderschönen Blick auf die Bucht.

Anschließend begaben wir uns wieder in weniger touristische Gefilde in den Yuraygir National Park. Am Illaroo North Camground gab es nicht viel, ein kleines Waschbecken und drei Plumpsklos, aber dafür auch einen unberührten Traumstrand. Bei Ebbe zaubern Sandkrebse hier in Windeseile ein großes Kunstwerk an den Strand, der dann komplett mit kleinen Sandkugeln bedeckt ist, aus denen die Tiere Mikroogranismen herausgesiebt haben – beim barfuß Laufen ein lustiges Gefühl unter den Füßen.

Obwohl wir schon recht weit in den Süden vorgedrungen waren, waren die Temperaturen an der Küste immer noch ausgesprochen angenehm. Das änderte sich schlagartig, als wir auf Reiseführerempfehlung den „spektakulären waterfall way“ erkundeten. Auf halbem Weg machten wir eine Übernachtungspause in Armidale. Hätten wir vorab unsere Karte genauer studiert, wäre uns vielleicht aufgefallen, dass die Stadt mitten auf der Great Dividing Range liegt. Nachts sackten die Temperaturen knapp unter  0°C. In einem Campervan ohne Heizung mit luftigen Sommerschlafsäcken nicht gerade eine angenehme Erfahrung. Zum Glück hatten wir unseren Föhn, den wir als Heizungsersatz missbrauchen konnten. Die Wasserfälle stellten sich leider als nicht wirklich spektakulär heraus – jedenfalls nicht, wenn man schon durch Island gereist ist –, aber immerhin sahen wir einige rot-blaue Penanntsittiche.

Etwas gelohnt hat sich der Trip nach Armidale auch noch aus einem anderen Grund. Die Abendsonne tauchte die umliegenden Weiden in ein perfektes Fotolicht und bescherte uns einen grandiosen Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen haben wir uns sehr schnell auf den Weg zurück zur Küste gemacht. Dafür nahmen wir den „Lakes Drive“, der an ein paar großen Seen vorbeiführt, die nicht wirklich aufregend sind. Das Ziel des heutigen Tages war dafür umso schöner: der Myall Lakes National Park. Der Leuchtturm am Sugarloaf Point und der Treachery Beach waren tolle Ausflugsziele für unseren letzten Tag in der Natur.

Zum Abschluss unserer Australientour blieben wir noch zwei Nächte in Sydney. Natürlich haben wir zunächst die Haupttouristenattraktionen angesteuert: Oper und Harbour Bridge. Mit der Oper ging es uns ähnlich wie mit dem Eiffelturm; ist hübsch, wenn sie nachts leuchtet, aber tagsüber nicht gerade spektakulär. Die Harbour Bridge hingegen gefiel uns sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Ihr haben wir mehr als einen Besuch abgestattet. Besonders faszinierend war es zu sehen, wie bei Dunkelheit viele leuchtende Punkte über der Brücke kreisten, als würden die Sterne tanzen. Es waren Möwen, deren weiße Bäuche von den Scheinwerfern der Harbour Bridge angestrahlt leuchteten.

Sydney fanden wir ganz nett, hat es aber nicht auf die Liste unserer Lieblingsstädte geschafft. Australien als Land mit seiner einzigartigen Natur und seinen herzlichen Menschen hingegen steht für uns ganz, ganz weit oben. Wir werden wiederkommen!

Andrea - 2. Januar 2014 - 22:50

…macht Lust auf Australien!! Fantastische Fotos!!! 🙂

Florian - 2. Januar 2014 - 23:10

Danke Andrea.
Es freut uns, dass wir dich für dies tolle Land begeistern können 🙂

Bettina - 3. Januar 2014 - 20:37

Hallo ihr zwei,

die Bilder sind der Hammer. Wir haben damals die gleiche Tour gemacht und ich habe das Gefühl ich wäre noch mal da. Und es hat sich gar nicht so arg verändert.

Tolle Fotos!!!!

LG

Florian - 4. Januar 2014 - 10:52

Hallo Bettina,

schön, dass du „dein Australien“ in unseren Bildern wiederfinden konntest 🙂 Es freut uns, dass sie dir gefallen! „Down Under“ ist einfach ein Traumland!

LG und bis bald!

Katharina - 5. Januar 2014 - 16:41

Hallo ihr Zwei,
die Bilder sind wunderschön geworden! Da bekommt man richtig Lust auf die Tour und es hört sich nach einem sehr spannenden Urlaub an. Mal gucken wann wir es wieder nach Australien schaffen…
Liebe Grüße, Katharina

Florian - 5. Januar 2014 - 19:31

Hallo Katharina,

vielen Dank! Wir drücken euch die Daumen, dass ihr es bald wieder nach Australien schafft! Wir hoffen, dass das auch bei uns in den nächsten Jahren noch einmal klappt!

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