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Indien 2017

 

Indien

Auch diesmal war es wieder der Januar, in dem mich das Reisefieber packte und mich in wärmere Gefilde zog. Anders als die Jahre zuvor machte ich mich jedoch allein auf den Weg, um Land und Leute eines mir bisher unbekannten Fleckchens dieser Erde zu erkunden. Wobei, so ganz allein war ich nicht unterwegs, denn ich schloss mich einer kleinen Reisegruppe an, die ich in Delhi kennenlernte und mit der ich quer durch den Norden Indiens, nach Nepal reiste. Als Zwischenziele waren Jaipur, Agra, Orchha, Varanasi, Lumbini, der Royal Chitwan Nationalpark und Pokhara fest eingeplant.

Delhi

In Delhi angekommen, ließ ich mich zunächst von einem Tuc Tuc zum Connaught Place bringen, einem riesigen Kreisverkehr im Zentrum der Stadt. Von da aus machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Ich hatte kein wirkliches Ziel, sondern durchstreifte die Stadt und sammelte erste Eindrücke vom Leben in diesem mir noch recht fremden Land.

Mein Weg führte mich u.a. ins Gurudwara Bangla Sahib. Ein Sikh Tempel, in dem man einen recht interessanten Einblick in die kulturellen Gepflogenheiten dieser Religion bekommt. Alle Sikh Anhänger entrichten einen Obulus von 10% ihres Einkommens an die Gemeinde, von dem u.a. das kostenlose Essen im Tempel finanziert wird. Die Mahlzeiten sind jedoch nicht nur den Sikh vorbehalten, sondern Menschen aller Religionen zugänglich.Weiter im Süden stieß ich mehr und mehr auf Anzeichen der Vorbereitung zum anstehenden Republic Day. Neben vielen Straßensperren, einem großen Militätaurkommen, waren es aber auch Proben diverser Musikparaden, welche die Straßen im Regierungsviertel füllten.
Der Einbruch der Dunkelheit führte mich dann langsam zurück ins Hotel, wo ich abends den Rest der Gruppe kennenlernte, mit dem ich am nächsten Morgen Richtung Jaipur aufbrach.

Jaipur

In Jaipur besuchten wir das mächtige Amer Fort und warfen einen Blick auf den Wasserpalast Jal Mahal Palast.

Der nächste Morgen startete mit einer Ballonfahrt. Pünktlich zum Sonnenaufgang hoben wir ab über die angrenzenden Dörfer. Die Fahrt war eigentlich über Jaipur geplant, jedoch lag über der Stadt eine mächtige Dunstglocke, so dass unsere Route uns mehr über ländliches Gebiet führte.

Zurück in Jaipur erkundeten wir ein wenig die rosa Stadt, ließen uns in die Techniken der hiesigen Schmuckherstellung einweisen und besuchten eine Textilfabrik für Blockprinting.

Äußerst interessant war auch das „Jantar Mantar“. Eine alte Sternwarte, die Mitte des 18. Jahrhunderts fertiggestellt wurde und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Auf ihr befinden sich 18 unterschiedliche Messinstrumente, u.a. eine 27 Meter hohe Sonnenuhr, dessen Schatten mit der recht imposanten Geschwindigkeit von etwa 4 Meter pro Stunde wandert.

Agra

Am nächsten Tag fuhren wir in das etwa 240 km östlich gelegene Agra, wo wir zunächst das rote Fort besichtigten. Eine Festungs- und Palastanlage dessen Bau Mitte des 16. Jahrhunderts begann und das in den verschiedenen Epochen Indiens immer wieder eine wichtige Rolle spielte, bis hin zu den bewaffneten Aufständen Indiens gegen die Kolonialherrschaft der Briten. Vom roten Fort aus konnte man auch bereits einen ersten Blick auf das berühmte Taj Mahal werfen, welches unser nächstes Ziel werden sollte.

Das Taj Mahal ist ein gigantisches Mausoleum, dass der Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal erbauen ließ. Das Wetter war uns an dem Tag zum Glück sehr wohl gesonnen und auch der Besucherandrang hielt sich in Grenzen, so dass wir uns dies wunderschöne Bauwerk in aller Ruhe anschauen konnten.

Orchha

Nach dem Taj Mahal ging es weiter mit dem Zug und dem Tuc Tuc in die 250km weiter südlich gelegene Stadt Orchha. Im Vergleich zu Delhi, Jaipur und Agra ist Orchha mit seinen knapp 14.000 Einwohnern ein eher beschauliches Dörfchen. Nicht weniger beeindruckend als die zuvor besuchten Forts, ist jedoch der dort gelegene und im 16. Jahrhunder erbaute Fürstenpalast Raja Mahal. Ebenfalls recht sehenswert sind die Chhatri am Flussufer des Flusses Betwa. Diese Ehrengräber werden in Indien an den Stellen der Feuerbestattung wohlhabender oder bedeutender Hindu-Persönlichkeiten errichtet. Auf dem Weg zum Fürstenpalast machten wir zuvor noch an einer Papierfabrik halt. Hier werden von einigen Frauen der Stadt alte Baumwolllumpen in neues und hochwertiges Papier verarbeitet.

Am Abend des ersten Tages in Orchha machten wir es uns in Rajni’s Cooking Class gemütlich und wurden in die Geheimnisse der indischen Kochkünste eingewiesen. Es wurde ausschließlich vegetarisch gekocht, was mich jedoch weder verwunderte, noch störte. Durch die vielfältigen und sehr aromatischen Gewürze sind vegetarische Speisen in Indien weitaus abwechslungsreicher und intensiver im Geschmack als hierzulande. Dies führte auch dazu, dass ich generell während der gesamten Reise fast vollständig auf Fleisch verzichten konnte, ohne das Gefühl zu haben, dass mir irgendetwas fehlt.

Den nächsten Tag verbrachte ich zunächst recht gemütlich mit einem Spaziergang durch die kleine Stadt, bevor es dann am Abend weiter mit dem Übernachtzug in das fast 600km östliche Varanasi, die Stadt des Todes, ging.

Varanasi

Varanasi ist wohl die älteste Stadt Indiens und zweifellos die heiligste. So ziemlich jeder gläubige Hindu hegt den Wunsch, hier zu sterben. Dem Glauben nach kann er sich so aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt befreien und sein Lebensziel, das Moksha, erreichen. Dazu wird der Leichnahm am Ufer des Ganges verbrannt und seine Asche in den heiligen Fluss gestreut. Die Leichenverbrennung findet direkt an den Treppen des Ganges (den Ghats) statt. Und die Feuer erlöschen nie. Sie brennen Tag und Nacht. 200 bis 300 Leichen werden täglich so bestattet. Verstorbene hinduistische Kinder oder Priester werden jedoch niemals verbrannt. Stattdessen werden sie mit Steinen beschwert und direkt im Fluss versenkt.
In Varanasi gibt es mehr als 80 Ghats, wobei nur drei davon den Bestattungen vorbehalten sind. An den anderen Ghats wird gebadet, gebetet oder gewaschen. Dem Hinduismus zufolge kann sich ein Gläubiger durch ein Bad im Ganges von seinen Sünden befreien.
Höhepunkt eines jeden Tages ist die allabendliche Zeremonie am Flussufer, die den Göttern gewidmet ist und bei der es jede Menge Feuer, Musik und Gesänge zu bestaunen gibt. Besonders sehenswert ist das Ritual vom einem der unzähligen Boot aus, die sich Abend vor den Ghats sammeln.

In Varanasi endete unsere Reise durch Indien und wir machten uns auf gen Norden in die 300km entfernt gelegene Stadt Lumbini in Nepal. Den anschließenden Tagen in Nepal werde ich jedoch eine eigene Seite hier in meinem Blog widmen.
Sollte euch dieser Reisebericht gefallen haben, dann würde ich mich freuen, wenn ihr auch einen Blick in den Nepal Post wirft.

Alle Bilder entstanden mit einer Fuji X-T2 Kamera und folgenden Objektiven: Fujinon XF18-55mm f/2.8-4, Fujinon XF55-200mm f/3.5-4.8, Samyang 12mm f/2.0 und Leica Summilux M 35mm f/1.4.
Die Auswahlbilder in der Slideshow zu Beginn des Beitrags können übrigens auch in einer Full-Screen-Ansicht betrachtet werden (Button unten rechts in der Slideshow).

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Miriam Allermann - 21. März 2017 - 18:45

Wahnsinnig schöne Aufnahme – da bekomme ich direkt erneutes Fernweh 🙂

Nastya Wiebe - 21. März 2017 - 21:49

Toller Eintrag, und zu den Fotos kann ich nur sagen WOW!!!
Lg, Nastya
https://nastyawiebe.wordpress.com/

Simon Cobb - 21. März 2017 - 22:42

Very nice images, thanks for sharing. India was where I first put my newly acquired X-T1 to the test in 2015, after many years of Nikon ownership. Needless to say, I was pleased with the results. That said, India has to be the most photogenic country on the planet, so it wasn’t hard to succeed :-).

Andreas Beltempo - 22. März 2017 - 15:43

Was für Farben und Blickwinkel.. Beeindruckend. Ich habe schon so einige Bilder von Freunden über Indien gesehen. Bisher noch nicht in dieser Qualität..

Valerija Ecker - 22. März 2017 - 18:15

Einfach großartig! Wie viel du gesehen und erlebt hast! Danke, dass du uns daran teilhaben lässt

Gina Wahner - 22. März 2017 - 20:43

Wow! Wirklich schöne Aufnahmen, Florian!

Aenieman Sveke - 25. März 2017 - 12:12

In deinem Blog hat man beim Ansehen der Bilder den Eindruck mitgereist zu sein! Super Aufnahmen!Danke

Gopalakrishnan Rigamorphosis - 26. März 2017 - 18:52

Stunning images Florian. I live part of each year in India, and these photos have inspired me.

Aaron Morris - 2. April 2017 - 20:11

Fantastic work! I love your images. I’ve just had a read through the your blog post and it’s fantastic! your work is very inspiring. Thank you

Amit Kumar Tanwar - 2. April 2017 - 20:52

Thanks for sharing. Amazing talent for details you have…

Stephen Skok - 3. April 2017 - 20:12

A great set of pictures. Makes me want to visit India again.

Just Married Fotografia - 4. April 2017 - 08:52

Excellent gallery! Colours <3

Peter - 25. April 2017 - 22:07

Absolutely top reportage job. Thanks to this pictures I feel like I am there now. Great!

Monika Surrey - 25. April 2017 - 22:09

Beautifull!

Andrea Richey - 19. Mai 2017 - 15:01

…beeindruckende Bilder!!! Grandios!!!

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