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Island 2018

 

Island

Diesen Februar erfüllte ich mir einen lang ersehnten Traum. Schon seit vielen Jahren wollte ich Polarlichter (Aurora borealis), die ich bisher nur von Bildern und aus Videos kannte, live und mit eigenen Augen erleben. Ich entschied, mein Glück auf Island zu versuchen.
Sarah, eine gute Freundin von mir, begleitete mich auf meiner Reise. Auch sie war instantan von der Idee begeistert, die wunderschöne Insel, eingehüllt in eine weiße Schneedecke, unter einem grün schimmernden Sternenhimmel zu erleben.
Wir buchten uns ein paar Unterkünfte, kauften zwei Flugtickets und reservierten einen Mietwagen am Flughafen Keflavík.

Am Morgen des zweiten Tages unserer Reise besuchten wir das Wahrzeichen von Reykjavík und warfen einen Blick auf die Dächer der Stadt, bevor wir uns ein Bad in den heißen Quellen der blauen Lagune gönnten und uns von der Brandung der Südküste beeindrucken ließen.

Am Morgen des kommenden Tages starten wir gen Norden zum Snæfellsjökull Nationalpark. Nachdem wir einen wundervollen Sonnenaufgang erleben durften ging es vorbei an einer Herde Islandpferde zur wohl meist fotografierten Kirche auf Island (außerhalb von Reykjavík) der Buoakirkja Black Church in Búdir. Danach ging es weiter nach Arnarstapi, Lóndrangar, dem Kirkjufell Mountain bis nach Stykkishólmur, wo wir kurz nach Sonnenuntergang ankamen. Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, machten wir uns auf zum nördlichsten Punkt der kleinen Hafenstadt am Súgandisey Island Leuchtturm in der Hoffnung dort unsere ersten Nordlichter entdecken zu können. Und tatsächlich zeigte sich nach einer Stunde geduldigem warten das erste grüne Schimmern in der Ferne, welches sich immer mehr zu einem seicht tanzenden grünen Vorhang entwickelte. Wir standen etwas drei Stunden an den Klippen der Halbinsel und schauten staunend dem Lichterspiel am Himmel zu, bis wir tief erfroren den Weg ins Hotel antraten.

Am nächsten Tag stand der der „golden circle“ auf der Agenda, wo wir den großen Geysir und den wunderschönen Gullfoss Wasserfall besuchten. Nach Sonnenuntergang wurde dann erneut unser geduldiges Warten mit einem phantastisch leuchtenden Nachthimmel belohnt.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter zur Südküste Islands. Auf dem Weg dorthin stoppten wir an den beiden Wasserfällen Seljalandsfoss und Skógafoss und machten eine kurz Wanderung durch die schneebedeckte Landschaft. Ein besonderes Highlight war auch Reynisfjara , ein schwarzer Kieselstrand in der Nähe von Vik an dem wir uns einen ausgiebigen Spaziergang gönnten.
Die Nacht verbrachten wir in dem recht unscheinbaren Dorf Klaustur, in dem wir nun in der dritten Nacht in Folge Nordlichter bestaunen durften.

Den kommenden Tag verbrachten wir an der Gletscherlagune Jökulsárló, einem der zweifellos beeindruckendsten und beliebtesten Orte auf Island. Riesige Eisberge brechen hier vom Gletscher Breiðamerkurjökull und füllen die Lagune. Im Sommer aber sicherlich ein paar mehr, als im Winter, denn die Lagune war nur recht spärlich gefüllt.
Auch am Diamond Beach, an den einige der Bruchstücke gespült werden, fanden sich nur ein paar wenige Eisskulpturen.
Bereits vor Reisebeginnt hatten wir online eine Eishöhlen-Besichtigung gebucht. Ein riesiger Offroader brachte uns zu einer sehr kleinen, unscheinbaren Höhle, in der wir recht enttäuscht ein paar Minuten verbrachten. Durch Schneeschmelze und die Gletscherbewegungen entstehen immer mal wieder neue Höhlen, während vorhandene unpassierbar werden. Leider hatte es die Nacht über sehr stark geregnet, wodurch (nach Aussagen unseres Guides) einige recht attraktive Höhlen nicht besucht werden konnten.
Am Nachmittag ging es dann an der wunderschönen Südküste entlang zurück nach Reykjavík.
Was in meiner bisherigen Beschreibung unberücksichtigt blieb sind die kleinen und großen Widrigkeiten, mit denen wir uns auf der Reise ab und an konfrontiert sahen. Ein kleines Stück Metall, dass bisher in meinem Leben keinerlei Relevanz hatte, gewann auf Island an immenser Bedeutung, nämlich Spikes. Vor Reiseantritt hatte ich für mich und Sarah ein paar Anti-Rutsch-Spikes für die Schuhe gekauft. Über diese kleine Investition war ich in unzähligen Situationen mehr als glücklich. Doch so wichtig sie für die Schuhe waren, so unerlässlich waren sie für die Reifen. Es gab Situationen, da sind wir bei starkem Regen und kräftigem Wind auf abschüssigen Straßen über Zentimeter dickes, blankes Eis gefahren. Mit normalen Winterreifen wären wir hier hoffnungslos verloren.
Leider ist mir in diesem Zusammenhang ein dummer Fehler unterlaufen. Ich hatte bei Fahrzeugübernahme zwar geschaut, ob der Wagen mit Spikes ausgerüstet ist, aber nicht kontrolliert, wie viele tatsächlich noch da waren. Bei zwei der Reifen waren nämlich ein Großteil der Spikes nicht mehr vorhanden und einer war fast völlig blank. Einen solchen Wagen würde ich auf keinen Fall nochmals akzeptieren.
Generell ist Autofahren auf Island im Winter ein ganz besonderes Abenteuer. Man weiß nie, welche Straßen in ein paar Stunden oder gar am nächsten Tag noch passierbar sind. Zum Glück gibt es eine Online-Straßenkarte, die immer auf dem aktuellen stand gehalten wird.

Alle Bilder entstanden mit einer Fujifilm X-T2 und folgenden Objektiven: Fujinon XF18-55mm f/2.8-4, Fujinon XF100-400mm f/4.5-5.6, Samyang 12mm f/2.0 und Samyang Fisheye 8mm f/2.8 II

Irina - 27. Dezember 2018 - 20:10

Toller Post Florian. Die Bilder sind einfach traumhaft schön! Island steht schon seit Jahren auf meiner Wunschliste und jetzt zieht es mich mehr dort hin, als je zuvor.

Tanja P. - 27. Dezember 2018 - 21:03

Ich liebe deine Bilder. Ich glaube, Island ist eines der schönsten Länder und Orte, wo man Urlaub machen kann. Ich werde aber lieber mal im Sommer dort hin. Sieht mir im Winter doch etwas kalt aus.

Bénédicte - 27. Dezember 2018 - 23:11

Thank you for sharing your pictures with us. We are planning to go to Icelnad next year. Do you think one week is sufficinat to visit the country?

Walter Mayer - 28. Dezember 2018 - 09:25

Wie mir scheint, hattet ihr eine wirkliche Traumreise nach Island. Das ist genau das, was ich auch tun möchte. Insbesondere möchte ich unbedingt mal Nordlichter sehen. Und danke für die Tipps mit den Spikes. Scheint ja alles nicht so ganz ungefährlich gewesen zu sein.

Ron - 28. Dezember 2018 - 13:05

Ich war schon in Alaska, Norwegen und Island, aber ohne die Nordlichter gesehen zu haben. Ihr habt da echt großes Glück gehabt. Sie sind auch ein Naturwunder der Welt. Ich hoffe, mein Glück ändert sich bald und ich bekomme sie auch mal zu Gesicht und vor die Kamera.

Florian - 28. Dezember 2018 - 14:12

@Bénédicte
I think, to see the west and south side, a week is enough. If you want to visit the north and east side and also the inner country (what I highly recommend), three weeks would be much better.

Peter K. - 28. Dezember 2018 - 17:26

Immer wieder toll deine Reisen! Auch hier erneut mit klasse Bildern.
Liebe Grüße, Peter

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