Weiler Photography | Reisen »

Kenia 2016

 

Kenia

Es gibt wohl kaum einen schöneren Monat, den man sich zum Verreisen aussuchen kann, als den Januar. Der kalte schmuddelige Winter motiviert ja immer besonders, die Koffer zu packen und für ein paar Wochen gen Süden zu fliehen. Da uns jedoch in den vergangenen Wochen/Monaten die Zeit und Muße fehlte, eine individuelle Reise zu planen, sollte es diesmal etwas „Pauschales“, jedoch nicht zu langweilig, werden. Und so entschieden Tanja und ich uns für Kenia  🙂
Genau genommen viel unsere Wahl auf das Swahili Beach Resort am Diani Beach, südlich von Mombasa. Ein perfekter Ort zum Relaxen und Erholen, aber auch prima geeignet, um die einheimische Bevölkerung kennenzulernen und den ein oder anderen Trip ins Landesinnere zu planen.

 

Safari

Etwas 6 Stunden westlich von Mombasa liegt der Tsavo National Park. Wer eine Reise dahin plant, ist gut beraten, dies in einem Reisebüro vor Ort zu tun. Natürlich kann man eine Safari auch bereits in Deutschland, im Hotel, oder auch bei einem der vielen Beachboys am Strand buchen, jedoch sind das teilweise wesentlich kostspieligere Alternativen. Wir sind, einer Empfehlung folgend, im wildkenyasafaris  gelandet und haben dort die unheimlich nette und liebenswerte Carol kennengelernt. Bei ihr haben wir nicht nur zwei Ausflüge gebucht, sondern noch sehr viel über das Leben in Kenia und besonders über die Menschen aus dem Nachbarort Ukunda erfahren. Doch dazu später mehr.

Bei all meinen Reisen begeistert es mich doch immer besonders, den Tieren, die man sonst nur aus dem Zoo oder Fernsehen kennt, live in ihrer wirklichen Heimat zu begegnen. Das Gefühl, das einen ergreift, wenn man einer Elefantenherde dabei zuzuschauen, wie sie durch die scheinbar unendlich weite Steppe zieht, hat nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun, was man empfindet, wenn man die gleichen Tiere hinter Gittern oder einer Mattscheibe erblickt. Nun ja, man muss es einfach erleben. Und so können wir nur jedem, der den weiten Weg nach Afrika auf sich nimmt, wärmstens einen Besuch in einem der vielen Nationalparks ans Herz legen.

Leben in Kenia

Ob mit dem Auto, dem Tuc Tuc oder zu Fuß, man braucht nicht lang um einen ersten Eindruck vom Leben in Kenia zu erhalten. Denn wie in so vielen warmen Ländern spielt es sich hauptsächlich auf den Straßen ab. Und dabei wird nur selten mit Farben gegeizt. Im Land des „des ewigen Sommers“ scheint alles bunt und farbenfroh. Doch an den Blicken der Menschen erkennt man oft, dass das Leben hier alles andere als einfach ist. Hohe Arbeitslosigkeit, ein fehlendes Sozialsystem,  katastrophale Gesundheitsversorgung …, oft steht hier nicht das Leben, sondern das reine Überleben im Vordergrund.
Doch wie überall auf der Welt, so versuchen auch hier die Menschen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Und vor allem die Kinder haben es gelernt, sich über jede Kleinigkeit zu freuen. Angebotene Bonbons werden direkt mit der Verpackung in den Mund gesteckt, um die Hände für die nächste Portion wieder frei zu haben und Kugelschreiben werden zu begehrten Tauschobjekten, damit die nächsten Lehrinhalte in der Schule auch zu Papier gebracht werden können.
Nichts scheint hier selbstverständlich und schon gar nicht die Schule. Sie ist nicht obligatorisch, wie Carol uns erzählte. Möchte man seinen Kindern eine Schulausbildung mit auf den Weg geben, so muss man dafür etwa 70€ pro Monat aufbringen, was für viele Kenianer weit mehr ist, als sie erübrigen können.

Bootstour

Der Kisite Marine National Park, im äußersten Süden Kenias, ist bekannt dafür, dass man hier häufig auf Buckelwale und Delphine trifft. Wir hatten jedoch kein Glück, als wir mit unserer kleinen Dau über die doch recht beeindruckenden Wellen des indischen Ozeans tanzten. Dabei hatte es sich Tanja doch so sehr gewünscht, diese wundervollen Tiere mal hautnah zu erleben um mit ihnen Seite an Seite durchs Wasser zu toben.
Doch auch ohne Delphine und co. gab es auf diesem Tagesausflug einiges zu genießen, z.B. die wundervolle smaragdgrüne See, den kurzen Spaziergang auf einer der vielen menschenleeren Sandinseln, den Schnorchel-Zwischenstopp und den leckeren Fisch auf Wasini Island.
Nur auf das abschließende Kentern unseres Beibootes während der Rückfahrt von Wasini Island hätten wir gut und gern verzichten können. Da aber niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist, wird es uns als amüsantes Erlebnis sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Reptilienfarm

Carol gab uns den Tipp mit der Reptilienfarm und organisierte uns auch das Tuc Tuc, das uns sicher dahin brachte. Es war ein recht überschaubarer Ort mit einigen kleinen Krokodilen, Leguanen, Kameleons … aber vor allem Schlangen. Wir hielten uns mit dem Fotografieren sehr zurück und lauschten statt dessen lieber den recht interessanten Ausführung des „Snake-Masters“ und seiner Assistenten, die sehr freundlich, unterhaltsam und geduldig über ihre Reptilien und alles weitere, was so Tag und Nachts durchs kenianische Unterholz schleicht, berichteten.
Die Aufgaben der Farm sind recht vielfältig. U.a. ist sie Anlaufstation für Schulklassen und übernimmt dadurch einen wichtigen Beitrag in der Ausbildung der Kinder. Oft wird der „Snake-Master“ aber auch von den umliegenden Hotels und Privatpersonen gerufen, wenn sich mal wieder eine Puffotter, Kobra oder Mamba im Garten des Hilfesuchenden verirrt hat.

011-Weiler-Photography-Kenia-Reptilienfarm

Die Märkte

Während unserer Reisezeit war „Mango Season“ in Kenia und die Früchte waren nicht nur unheimlich lecker, sondern auch unglaublich günstig auf dem lokalen Markt in Ukunda zu bekommen. Wobei sich hier wahrscheinlich nur die wenigsten Touristen hin verirren. Dabei gibt es viele interessante Sachen zu entdecken, wie bunte traditionelle Kleidung, Schuhe, die aus alten Autoreifen gefertigt werden, oder bizarr anmutende massive Holzmöbel.
Man muss aber nicht zwangsläufig ins nächste Dorf, wenn man auf der Suche nach individuellen Mitbringsel ist. Am Strand oder ein paar Meter jenseits der Hotelanlage trifft man sehr schnell auf den ein oder anderen Händler, der seine Ware (teilweise jedoch sehr aufdringlich) anpreist. Doch meist lassen sich diese Händler mit einem freundlichen „asante sana“ oder einem etwa eindringlicherem „hapana“ abwimmeln.
Wir haben uns bei unseren Streifzügen durch die Shops, Hütten und Marktstände u.a. in die Werkstätten des Holzschnitzers Dennis Kaloki und des Malers Benson Gitari verirrt. Beides sehr nette und umgängliche Zeitgenossen mit denen wir viel über ihr jeweiliges Handwerk geplaudert haben und Details bezüglich ihrer Motive, verwendeten Holzsorten, bevorzugten Ölfarben und vieles mehr erfahren durften.

Diani Beach

Bereits bei unserem ersten Strandbesuch haben wir Idi kennengelernt. Er sprach exzellentes Deutsch und bot uns seine Gesellschaft während unserer Spaziergänge an. Da man außerhalb des bewachten Hotelstrands, aufgrund der vielen aufdringlichen Händlern, ohnehin keine 2 Minuten seine Ruhe hat, nahmen wir Idis Angebot sehr gern an. Er war unheimlich nett und bemüht sich, unsere Zeit so entspannt und informativ wie möglich zu gestalten. Er hat viel über die verschiedenen Hotelanlagen und Privatvillen erzählt, die wir so passierten und uns diverse Krabben, Seegurken und andere Strandbewohner gezeigt, an denen wir ohne ihn wahrscheinlich achtlos vorbeigelaufen wären. Oft ging es in den Gesprächen mit ihm aber auch um seine private Situation: den Job im Hotel, den er verloren hatte, nachdem die Touristen vor ein paar Jahren angefangen hatten auszubleiben und seine Bemühungen einen Führerschein zu machen, da er so hoffte wieder eine feste Anstellung zu finden.

001-Weiler-Photography-Kenia004-Weiler-Photography-Kenia001-Weiler-Photography-Kenia-3012-Weiler-Photography-Kenia014-Weiler-Photography-Kenia005-Weiler-Photography-Kenia-Strand

[ t. a. n. ]º08

Swahili Beach Resort

Mit dem Hotel hatten wir wirklich Glück. Die großzügige Anlage mit seiner außergewöhnlichen Architektur erinnert an ein arabisches Märchen, wo es immer was zu erforschen und bewundern gibt – ein Palast mitten im Paradies umgeben von grünen Palmen, spielenden Affen, weißem Sand und warmen Meer.
Die erste Woche schien das Hotel fast leer zu sein, was uns die Möglichkeit gab, den traumhaften Pool zu genießen und die Seele so richtig schön baumeln lassen. Insbesondere in den Abendstunden erwies sich der bewachte Hotelstrand als perfekter Ort, um den klaren Sternenhimmel zu genießen, der Livemusik und dem Wellenraschen zu lauschen und den Strandkrabben bei ihren nächtlichen Beutezügen zuzuschauen.

001-Weiler-Photography-Kenia-2

Die zwölf Tage im kenianischen Paradis waren wie im Fluge vergangen und der Abschied viel uns nicht ganz leicht. Aber wie so oft, bleibt ja die Hoffnung auf ein Wiedersehen 🙂

Habt ihr schon einen Blick in die Galerie oben auf der Seite geworfen? Dort findet ihr die schönsten Bilder aus dem Text und weitere Impressionen aus Kenia, die ihr auch im Vollbildmodus anschauen könnt.

Olly - 24. Februar 2016 - 09:14

Hi Florian, wunderbare Aufnahmen und schöner Bericht. Schön, dass du das Reisen wieder „neu“ entdeckt hast! Gruß, Olly

Andrea - 24. Februar 2016 - 12:30

…sehr beeindruckend!!! Schön mal wieder ‚mit Dir‘ ein Land kennenzulernen!!! 😉 Liebe Grüße

Your email is never published or shared. Required fields are marked *

*

*